1. – 4. Schuljahr

Silke Pyroth

Aufgaben erfinden

Mit Ziffernkarten die schriftliche Addition und Subtraktion produktiv üben

Schriftliche Rechenverfahren müssen geübt werden, damit die Kinder sie geläufig ausführen können. Sehr motivierend ist es, eigene Aufgaben zu erfinden. Dafür eignen sich Ziffernkarten besonders. Werden die Aufgaben in einer Kartei zusammengefasst, stehen sie im weiteren Unterricht der ganzen Klasse zur Verfügung. Darüber hinaus kann diese Kartei zur Leistungsbeurteilung dienen.

Begonnen wird mit einem einfachen Beispiel für alle. Zum Klären der Regeln und Begriffe bittet die Lehrkraft die Kinder in den Kinositz vor die Tafel. Daran zeichnet sie Platzhalter für die Einstiegsaufgabe (Abb. 1 ), zeigt die zehn Ziffernkarten (KV 12 ) und formuliert die Aufgabe: „Legt mit den Ziffernkarten eine fehlerfreie Aufgabe. Dabei dürft ihr jede Ziffernkarte nur einmal verwenden. Die Kinder werden schnell mindestens eine Lösung finden. Ganz nebenbei wird für die gesamte Klasse der Algorithmus der schriftlichen Addition und der Begriff „dreistellig bzw. „dreistellige Zahl wiederholt. In dieser Phase sollten auch die Überträge angesprochen werden: Je nach Tafel, werden sie mit Kreide, Stift oder interaktiv hinzugefügt.
Wer trifft die 611?
Als nächstes sollen die Kinder Aufgaben mit der Summe 611 finden. Diese Erarbeitung findet in Partnerarbeit statt, damit die Kinder sich über ihre Vorgehensweise austauschen und sich bei Bedarf gegenseitig korrigieren können. Dafür bekommen sie kleine Ziffernkarten (KV 13 ) und eine Legevorlage, die dem Leerformat für die Einstiegsaufgabe entspricht (KV 14 ). Die Summe und das Rechenzeichen müssen noch eingetragen werden. Wiederum darf jede Ziffer von 0 bis 9 nur einmal verwendet werden. Durch die Vorgabe der Summe stehen für die Summanden alle Ziffernkarten zur Verfügung. Beim Probieren sollen und werden durchaus falsche Lösungsansätze vorkommen. So begann Tamina an der Hunderter- und Zehnerstelle mit einem viel zu großen Summanden (Abb. 2 ), bemerkte dies aber zeitgleich mit ihrer Teampartnerin. Beide kamen anschließend gemeinsam zu korrekten Lösungen.
Während der Partnerarbeit lassen sich verschiedene Strategien beobachten. So beginnen manche Kinder mit dem Legen an der Hunderterstelle (Abb. 3 ), manche an der Einerstelle (Abb. 4 ) und tauschen die Ziffernkarten im Anschluss mehr oder weniger systematisch.
Es lohnt sich, verschiedene Lösungsstrategien im Plenum zu thematisieren, weil diese den Kindern für das spätere Finden eigener Aufgaben wertvolle Anregungen liefern und die mathematischen Fachbegriffe (siehe Kasten „Wortspeicher) dabei wiederholt werden.
Wortspeicher
Wortspeicher
  • Summe
  • Differenz
  • Einerstelle
  • Zehnerstelle
  • Hunderterstelle
  • zweistellig
  • dreistellig
  • möglichst groß/klein
  • Fülle die Lücken
  • Triff die _____
Auf eine vollständige und systematische Auflistung der Ergebnisse kann verzichtet werden.
Am Ende dieses Austauschs fasste ein Kind der Erprobungsklasse seinen Lernzuwachs zusammen: „Mir war ja schon vorher klar, dass ich die Ziffern beim Einer und die beim Zehner und die beim Hunderter untereinander tauschen kann. Aber man kann das ja auch noch kombinieren und hat dann noch viel mehr Möglichkeiten.
Eigene Aufgaben finden
Im nächsten Schritt sollen die Kinder zu anderen Ergebnissen eigene Aufgaben erfinden. Die Summe darf eine beliebige dreistellige Zahl sein. Diese kann vorgegeben oder von den Kindern ausgesucht werden. Allerdings bleibt die Regel bestehen, jede Ziffernkarte nur einmal zu verwenden. Bei Bedarf kann die Lehrkraft einzelnen Kindern oder auch der gesamten Lerngruppe Tipps geben und eventuell ein weiteres gemeinsames Beispiel bearbeiten.
Folgende Anregungen können helfen:
  • Ein festes Ergebnis vorgeben und in die Legevorlage schreiben, wie im obigen Beispiel die 611. Die Kinder haben dann alle zehn Ziffernkarten zur Verfügung, um damit Summanden zu finden.
  • Eine möglichst große (oder die größtmögliche) Summe finden.
  • Eine...

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