1. – 6. Schuljahr

Brigitte Hölzel

Aufgaben kreativ verändern

Wenn Kinder angeregt werden, Mathematikaufgaben kreativ zu verändern, ist nicht damit gemeint, dass sie sich Pippi Langstrumpf zum Vorbild nehmen, die Spaß daran hatte, sich ein eigenes Einmaleins auszudenken. Es geht vielmehr darum, dass sie sich mit vorgegebenen Aufgaben auch nach deren Lösung weiter auseinandersetzen und Ideen für Variationen entwickeln und realisieren. Das setzt von Seiten des Kindes das Verständnis des mathematischen Inhalts, der Sach- und Aufgabenstruktur voraus und erfordert von der Lehrkraft ein Angebot an „guten Aufgaben.
Kinder variieren für Eltern und Geschwister
Motivieren Sie die Kinder Ihrer Klasse, für die Erwachsenen zu Hause und eventuell auch für jüngere oder ältere Geschwister Aufgaben zu variieren. Über Beispiele aus dem vorliegenden Heft oder andere Beispiele aus Ihrem Unterricht hinaus, kann ich „Rechenfächer empfehlen (Abb. 1 ). Schon die Einführung in dieses Material bietet verschiedene Möglichkeiten, die sie dann auch bei der gemeinsamen Beschäftigung mit Eltern und/oder Geschwistern zu Hause nutzen können. Beispiele:
  • Die Kinder rechnen die Terme/Aufgaben auf der Vorderseite des Fächers aus und vergleichen ihr Ergebnis mit der Lösung auf der Rückseite. Sie beschreiben, was sich innerhalb der Aufgabenreihe jeweils verändert. Leere Papierstreifen regen an, Terme zu ergänzen, die zur Struktur der bereits vorhandenen Aufgaben passen.
  • Streifen einer Aufgabenreihe werden ungeordnet präsentiert. Die Kinder finden eine Ordnung, begründen diese und erweitern den Fächer.
  • Drei verschiedene Ergebniszahlen sind zu sehen, z.B. 42, 51, 60. Diese sollen Bestandteile einer Aufgabenreihe werden. „Wer findet eine andere Aufgabenreihe, die passt?
  • Die Kinder schreiben Rechenfächer zu eigenen oder vorgegebenen Ergebniszahlen, zum Beispiel 10, 50, 100.
Bei dem Auftrag „Schreibe Rechenfächer für Eltern oder Geschwister ist es wichtig, noch einmal bewusst zu machen, dass die Ergebniszahlen auf die Rückseite des Streifens gehören. So kann man davon ausgehen, dass sich die Kinder keine „utopischen Terme ausdenken, sondern innerhalb des Zahlenraumes bleiben, den sie selbst bewältigen können. Stellen Sie bei Bedarf gelochte Papierstreifen und Musterklammern zur Verfügung. Fertige Fächer lassen sich auch mit einem Wollfaden locker zusammenbinden. Wenn die Kinder ihre Rechenfächer wieder mit in die Schule nehmen, können sie von allen zum differenzierenden Üben und Wiederholen genutzt werden, auch als Partnerarbeit, indem ein Kind rechnet und das andere mit der Lösung auf der Rückseite vergleicht.
Kreativ sein in Mathe warum?
Thematisieren Sie in Ihrem Unterricht und in Gesprächen mit Eltern Vorteile von Aufgabenvariationen. Je nach Klassenstufe, sind Kinder in der Lage, diese zu Hause auch selbst zu vermitteln. Machen Sie bewusst, dass die Beschäftigung mit Mathematik nicht nur fremdbestimmt erfolgen soll nach dem Schema „rechnen kontrollieren vorbei. Für den Alltag braucht das Kind die Fähigkeit, Probleme selbst zu erkennen und zu lösen. Eigenständiges Mathematiktreiben unterstützt in diesem Prozess und stärkt sein Selbstvertrauen. Außerdem wird Eltern ein Blick ermöglicht auf das, was das Kind schon kann.

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen