1. – 6. Schuljahr

Brigitte Hölzel

On-Sein ist in, braucht aber Schutz und Regeln

Im mathematischen Lernbereich „Daten, Häufigkeit, Wahrscheinlichkeit lernen Kinder, was mit „Daten gemeint ist und wie man sie erfassen und darstellen kann. Sie erfahren, dass sie verloren sind, wenn man sie im Heft nicht festhält. Bei der Eingabe von Daten in digitale Medien wie Smartphone, PC oder Laptop und Tablet muss ihnen bewusst gemacht werden, dass dort alles gespeichert bleibt, weil das Netz nichts vergisst. Und wer sich viel im Internet und in sozialen Netzwerken bewegt, wird schnell weltweit sichtbar, auch beispielsweise für unliebsame Beobachter. Deshalb sollten auch schon junge Kinder einerseits auf Möglichkeiten und Formen von Datenmissbrauch hingewiesen werden, andererseits aber auch Unterstützung erhalten für eine sichere und sinnvolle Nutzung der digitalen Medien, die sich aus ihrer jetzigen und zukünftigen Lebenswirklichkeit nicht mehr wegdenken lassen.
Kontakt mit Eltern von Anfang an
Selbst wenn der oben erwähnte Lernbereich noch nicht für den Mathematikunterricht des ersten Schuljahres vorgesehen ist, so ist es doch notwendig, möglichst vor Schuleintritt oder am ersten Elternabend über Datenschutz in der Schule zu informieren. Die Schulleitung ist berechtigt, nur solche Daten von Kindern und Eltern zu erfassen, die für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben notwendig sind. Und ohne Einverständniserklärung jedes/jeder einzelnen Betroffenen dürfen keine Klassenfotos oder Fotos und Videos aus dem Schulleben veröffentlicht werden.
Machen Sie Eltern in diesem Zusammenhang bewusst, dass auch in den digitalen Medien zu Hause nicht nur Fotos und persönliche Daten wie Name, Adresse, Alter, Telefonnummern, E-Mail besonders schützenswert sind, sondern auch Angaben über Hobbys, Vorlieben, Meinungen, weil sie vielleicht Interessierte ansprechen, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben möchte.
Schutz und Regeln
Ein „Deckname, eine zweite Mailadresse für nicht-öffentliche Korrespondenz, ein Symbolbild an Stelle eines realen Fotos und Passwörter, die immer wieder mal verändert und auch der besten Freundin nicht verraten werden, verhindern die Zuordnung zu einer bestimmten Person. Ermutigen Sie Eltern, mit dem Kind Regeln zu vereinbaren für den Gebrauch der digitalen Medien, die ihm zu Hause zur Verfügung stehen. Daten, Apps und Spiele sollten nur gemeinsam mit einem Erwachsenen heruntergeladen werden. Und wenn das Kind auf Seiten stößt, bei denen es Unbehagen empfindet, sollte es sich vertrauensvoll an die Eltern wenden können.
Die Einrichtung von „handyfreien Zeiten und Zonen wie z.B. am Esstisch und bei gemeinsamen Spielen, an die sich auch die Erwachsenen halten sollten, sowie Zeitdauern der Nutzung die Initiative „Schau hin! nennt für Grundschulkinder eine Stunde pro Tag sind für das Kind erfahrungsgemäß unliebsame Regeln. Vielleicht kann ein früher Elternabend dazu beitragen, dass Eltern sich gegenseitig stärken, indem sie ähnliche Regeln verfolgen, sodass das eigene Kind nicht auf andere verweisen kann, die (angeblich) mehr „Rechte haben, und so die notwendige Einhaltung der Vereinbarungen erleichtert wird.

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