4. – 6. Schuljahr

Maike Willms

„Mädchen sind fauler als Jungen! Stimmt das?

Von der Vierfeldertafel zur Analyse mit TinkerPlots

Die Darstellung großer Datenmengen ist äußerst zeitaufwendig. Eine Erleichterung stellt das Programm TinkerPlots dar. Motiviert durch zwei Behauptungen der Lehrkraft stellen Viertklässler mit wenigen Klicks zwei Merkmale mit mehreren Merkmalsausprägungen übersichtlich am Computer dar und analysieren diese.

Sortieren analoger Datenkarten
Jedes Kind der Klasse 4b erhält zu Beginn der Doppelstunde einen Notizzettel (eine Datenkarte). Darauf notiert es sein Geschlecht und die Antwort Ja oder Nein zu der Frage, ob es ein Haustier besitzt. Anschließend kommen die Kinder im Kinositz zusammen und hängen die Datenkarten an die Tafel. „Ich möchte auf einen Blick erkennen, wie viele von euch Haustiere haben, fordert die Lehrkraft die Klasse auf. Die Kinder beginnen, die Zettel zu trennen. Alle Notizzettel mit einem Ja werden nach oben geschoben, die mit einem Nein nach unten. Als Nächstes wird das Geschlecht betrachtet: „Wie viele Jungen besitzen (k)ein Haustier? Wie viele Mädchen? Die Gruppen der Haustierbesitzer und Nichthaustierbesitzer werden in Mädchen und Jungen unterteilt (Abb.1 ).
Die Lehrkraft berichtet der Klasse, dass in Nordrhein-Westfalen über 800 Mädchen und Jungen ebenfalls die Frage beantwortet haben, ob sie ein Haustier besitzen. Damit nun aber nicht so viele echte Notizzettel hin- und hergeschoben werden müssen, geschieht das am Computer. Die Klasse geht daher für den Rest der Stunde in den Computerraum. Dort teilen sich fortan immer zwei Kinder einen PC.
Erster Umgang mit TinkerPlots
Gemeinsam werden das Programm TinkerPlots gestartet und die Datei mit den Ergebnissen der Umfrage geöffnet (s. Info-Kasten). Die Kinder erhalten den Auftrag, das Merkmal „Haustier anzuklicken und die drei Optionen „Trennen, „Stapeln und „Sortieren auf der oberen Menüleiste auszuprobieren. Sobald die Bildsymbole in Ja und Nein unterteilt und die Kinder mit der Darstellung zufrieden sind, kommt das Geschlecht hinzu. Hierzu wird auf einer Datenkarte das Merkmal „Geschlecht angeklickt. Die Bildsymbole verfärben sich. Nun gilt es, wie zuvor im Klassenraum mit den Notizzetteln, die Bildsymbole in Mädchen und Jungen zu unterteilen (zu trennen).
TINKERPLOTS
TINKERPLOTS
Eine Testversion von TinkerPlots finden Sie unter
Den Datensatz zu den über 800 Grundschulkindern aus Nordrhein-Westfalen, den Sie für diese Unterrichtseinheit benötigen, finden Sie unter
Dem Link im Text folgen und „Datensatz_Grundschulen_NRW.tp auswählen.
Einige Teams trennen sowohl auf der x- als auch auf der y-Achse zwischen Haustier- und Nichthaustierbesitzern und kommen dann nicht weiter. Nun lässt sich zwar das Merkmal „Geschlecht noch anklicken, und die Bildsymbole können auch nach dem Geschlecht geordnet werden, doch ist eine weitere Trennung nicht mehr möglich. Der Vergleich, wie viele Jungen bzw. Mädchen (k)ein Haustier besitzen (Abb. 2a) , ist bei dieser Darstellung mühselig.
Zum Abschluss trifft sich die Lerngruppe vor dem digitalen Whiteboard. Dort wird gemeinsam ein Graph erstellt (Abb. 2b ). Die Kinder beschreiben, was mit den Bildsymbolen geschieht, wenn auf eine der drei Optionen „Trennen, „Stapeln und „Sortieren geklickt wird. Die Lehrkraft erstellt einen zweiten Graphen. Wie einige Kinder in der Arbeitsphase, trennt sie sowohl waagerecht als auch senkrecht zwischen Haustier- und Nichthaustierbesitzern. Der Vergleich beider Graphen zeigt, dass eine Trennung ausreicht, „weil das keinen Sinn macht, wenn an den Seiten die gleichen Merkmale stehen. Das ist doppelt.
Analoge Graphen analysieren
Bevor die Lerngruppe eigene Graphen mit TinkerPlots erstellt, wird der Schwerpunkt auf die Analyse von Graphen gelegt. Die nächste Doppelstunde beginnt daher mit einer...

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