1. – 4. Schuljahr

Brigitte Hölzel

Multiplikation und Division festigen

Oft sind Eltern erstaunt, manchmal sogar erschrocken, wenn sie zu Hause feststellen, dass ihr Kind Probleme damit hat, das kleine Einmaleins dauerhaft zu beherrschen. „Schreib dir doch die Reihen auf und lerne sie auswendig, ist eine Empfehlung, die vielleicht in der eigenen Schulzeit gegeben wurde, die aber erfahrungsgemäß nicht zum gewünschten Erfolg führt.
Vor der wichtigen Automatisierung des kleinen Einmaleins müssen sich die Kinder Rechenoperationen zu Multiplikation und Division anschaulich und handelnd erschließen können. Eierkartons, Getränkekisten, rechteckige Einlagen von Verpackungen oder Legosteine sind Gegenstände, deren strukturierte Anordnungen Rechnungen ermöglichen und die sie auch in der Lebenswirklichkeit finden.
Für die zeichnerische Darstellungsebene eignen sich Punktebilder und Rechteckfelder, die gedreht, verdoppelt, halbiert, verlängert oder zerlegt werden können. Damit lassen sich sogar Rechengesetze der Multiplikation und Division wie Vertauschungs- und Verteilungsgesetz und gleichsinniges bzw. gegensinniges Verändern entdecken (Hölzel 2008). So werden Beziehungen der Aufgaben untereinander bewusst gemacht.
Wenn Ergebniszahlen in einer Hundertertafel markiert werden, sehen die Kinder, dass nicht jede Zahl beim Multiplizieren getroffen wird, andere dafür mehrfach.
Nachdem ein Verständnis für die Rechenoperationen geschaffen wurde, wird geübt mit dem Ziel der Automatisierung.
Tipps zum Einüben der Rechenoperationen
Eltern können die Automatisierung unterstützen. Empfehlen Sie häufige, aber kurze Übungsphasen, am besten bis zum Ende der Grundschulzeit. Geben Sie ihnen Informationen an die Hand, wie diese sinnvoll gestaltet werden können. Im Hinblick auf die Bedeutsamkeit des Themas als Vorbereitung auf die halbschriftlichen und schriftlichen Rechenverfahren, auch mit größeren Zahlen, sollte dies auf einem Elternabend erfolgen und bei Bedarf auch durch ein Merkblatt.
Nennen Sie Beispiele für Aufgaben, die sich die Kinder leicht merken. Das sind „Kernaufgaben, auch „Königsaufgaben genannt, bei denen mit 1, 2, 5 und 10 multipliziert wird und von denen aus sich andere Aufgaben erschließen lassen.
Wie Eltern vorgehen können, wird am Beispiel des Einmaleins der 8 gezeigt:
„Rechne 1·8, 2·8. Nutze 2·8 für die Aufgaben 4·8 und 3·8. Rechne 5·8 und nutze die Aufgabe für 6·8 und 7·8 sowie 4·8. Rechne 10·8 und nutze die Aufgabe für 9·8 und 8·8. Welche Ergebniszahlen gehören zur 8er-Reihe? Rechne Divisionsaufgaben zu den Ergebniszahlen.
Dieses „Schema können Eltern bei der Automatisierung aller anderen Einmaleinsreihen anwenden. Gut wäre, wenn die Kinder auch noch erklären, wie sie von einer zur anderen Aufgabe gekommen sind. Wenn Eltern merken, dass sich ihr Kind mit einigen Aufgaben schwertut, soll es dazu Rechteckfelder oder Punktebilder malen. Später kann es auch Übungsphasen geben mit Aufgaben aus verschiedenen Reihen und solchen, die immer wieder Schwierigkeiten bereitet haben.
Literatur
Hölzel, B. (2008). Rechengesetze entdecken. Grundschule Mathematik 17, 2008, S. 10 – 13.

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