1. – 6. Schuljahr

Brigitte Hölzel

Mathekonferenzen Reden statt rechnen?

In den Bildungsstandards werden allgemeine Kompetenzen als zentraler Bestandteil mathematischer Bildung beschrieben. Dazu gehören mit Kommunizieren und Argumentieren Fähigkeiten, die Eltern ohne konkretere Informationen vielleicht eher mit anderen Unterrichtsfächern als Mathematik in Verbindung bringen.
Wenn ein Kind lernt, sich eigene Gedanken zu machen, seine Vorgehens- und Denkweisen zu beschreiben und zu begründen, die Anderer zu verstehen und sich darüber auszutauschen, fällt ihm ganz allgemein gesehen im Alltag die Kommunikation mit Kindern und Erwachsenen leichter.
Für den Gedankenaustausch in der Schule werden darüber hinaus noch fachspezifische Begriffe benötigt. Dies trifft in besonderem Maße auf Mathematik zu, weil „Mathe-Wörter wie zum Beispiel „Quadrat oder „minus eine bestimmte Form oder einen bestimmten Rechenvorgang bezeichnen, auf die sich Menschen verständigt haben.
Machen Sie den Eltern Ihrer Klasse bewusst, dass Kinder von- und miteinander lernen. Dies geschieht zwar auch durch Nachahmung, jedoch hauptsächlich durch den sprachlichen Austausch. Sich gegenseitig etwas erklären zu können, trägt im wahrsten Sinne des Wortes zur Klärung eines Sachverhaltes, eines Problems bei. Mathekonferenzen bieten hierzu gute Möglichkeiten.
Stellen Sie den Eltern bei Bedarf in der Klasse durchgeführte Mathekonferenzen vor. Zeigen Sie, dass diese eine Struktur haben so wie andere Konferenzen auch.
Nennen Sie als Vorzug einer Mathekonferenz in der Kleingruppe, dass hier auch Kinder zu Wort kommen, die sich in einer größeren Gruppe oder gar im Klassenverband eher zurückhalten.
Eltern wünschen nämlich, dass ihr Kind möglichst oft „drankommt. Sagen Sie, dass Ihnen sehr an einer angenehmen Gesprächsatmosphäre gelegen ist, in denen sich jedes Kind wohl fühlt. Dazu gehört, dass die Beiträge von jedem Kind wertgeschätzt werden.
Tipps für den Aufbau einer Gesprächskultur im Elternhaus
Bitten Sie Eltern, sich zu Hause verstärkt Zeit zu nehmen für Situationen, in denen eine positive Gesprächskultur gepflegt wird, in der alle Beteiligten
  • einander zuhören,
  • sich gegenseitig ausreden lassen,
  • andere Meinungen gelten lassen und nicht abwerten,
  • bei Bedarf nachfragen können
und die Erwachsenen
  • das Kind als gleichwertigen Gesprächspartner ansehen,
  • das Kind ermutigen, Fragen zu stellen und Vorschläge zur Lösung von Problemen zu machen,
  • Denkleistungen und Beiträge des Kindes wertschätzen.
Sagen Sie, dass mit dem Aufbau einer positiven Gesprächskultur im Elternhaus für das Kind ein wichtiger Beitrag geleistet wird zur Förderung seines mathematischen Lernens.
Grundvoraussetzungen, die für eine Kommunikation notwendig sind, kann das Kind auch dann erwerben, wenn zu Hause vorrangig eine andere Sprache gesprochen wird.

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