3. – 4. Schuljahr

Sabrina Roos

Leistungen im Blick

Symmetrieverständnis differenziert und prozessbezogen beobachten

In dieser Unterreichtsreihe wurden die verschiedenen Symmetriearten in leistungshomogenen Gruppen untersucht. Um die Leistungsbewertung in den normalen Unterrichtsablauf zu integrieren, mussten die Aufgabenauswahl und die Zusammensetzung der einzelnen Gruppen sorgfältig bedacht werden.

Die Unterrichtsreihe wurde in einem dritten Schuljahr erprobt, das bereits in den vorangegangenen Schuljahren umfangreiche Erfahrungen im Bereich „Symmetrie bzw. „Herstellen symmetrischer Muster (Bandornamente, Parkette) gesammelt hat. Die Kinder sollen sich nun mit unterschiedlichen Symmetriearten selbstständig in Gruppen auseinandersetzen und passende Lernplakate erstellen, mit deren Hilfe sie den anderen ihre Vorstellung von Symme-trie erklären.
Bei der Auswahl der Aufgaben gilt es folgende Kriterien zu beachten:
Auswahl möglichst eindeutiger Aufgabenbeispiele
Darstellung mehrerer ähnlicher Beispiele, zum selben symmetrischen Phänomen
Vorgabe eindeutiger Aufträge
mögliche Integration von Tipps oder Handlungsorientierung
Aktivierung aller durch homogene Gruppen
Um die Leistungsbewertung in einer solch geöffneten Unterrichtsreihe von Beginn an im Blick zu haben, muss sich die Lehrkraft bereits bei der Aufgabenauswahl und der Zusammensetzung der Gruppen die Frage stellen: Was will ich erreichen?
In der Erprobungsklasse ist es das Ziel, dass alle Kinder aktiviert werden und so für ihr Lernen Verantwortung übernehmen. Außerdem ist es wichtig, jedem Kind ein Erfolgserlebnis zu ermöglich. Daher wird als Sozialform die Gruppenarbeit gewählt. Wichtig ist, dass jedes Kind dazu aufgefordert ist, seinen Beitrag zur Gruppenarbeit zu leisten. Die Gruppen werden von der Lehrkraft leistungshomogen zusammengesetzt. So kann jeder Gruppe differenziert nach dem jeweiligen Leistungsvermögen die entsprechende Symmetrieart mit Arbeitsauftrag zugeordnet werden. Jedes Kind kann auf seinem Niveau in seiner Gruppe arbeiten, ohne unter- oder überfordert zu sein. Eine homogene Gruppenbildung eignet sich durchaus nicht bei allen Themen, wird aber aufgrund des unterschiedlichen Anspruches bei der Entdeckung der verschiedenen Symmetriearten hier bewusst umgesetzt.
Die Arbeitsphasen im Überblick
In der ersten Phase erstellen die Kinder ein Mindmap (Abb. 1 ), um sich ihr Wissen zum Thema „Symmetrie wieder bewusst zu machen. Außerdem wird ihnen der Reihenverlauf auf einer Themenleine transparent gemacht und die Arbeit für ihre Expertengruppen vorgestellt. Zu jeder Symmetrieart sollte es mindestens zwei Gruppen geben. Als Gruppenstärke eignen sich Zweier- und Dreiergruppen.
Folgende Symmetriearten sollen erforscht werden: Achsensymmetrie, Verschiebung, Drehsymmetrie, Mehrfachspiegelung und Gleitspiegelung. (AB30) Die beiden ersten Symmetriearten werden aufgrund der unterrichtlichen Vorerfahrung von eher schwächeren Kindern erforscht. Eine kleine Gruppe sehr mathematikstarker Kinder beschäftigt sich mit der Gleitspiegelung, die anderen beiden werden auf den Rest der Klasse aufgeteilt.
In der folgenden Arbeitsphase sollen die Kinder zunächst anhand verschiedener Beispiele ihrer Symmetriearten die Kriterien erforschen und eine Definition anbahnen. Dafür zeichnen sie Symmetrieachsen und Drehpunkte ein und notieren sich alles, was ihnen auffällt (Abb. 2 ). Bevor sie zu ihrer Symmetrieart ein Lernplakat mit eigenen Beispielen und ihrer Definition erstellen, treffen sie sich mit dem anderen Team ihrer Symmetrieart zu einer Mathekonferenz. Es werden die Entdeckungen verglichen, mögliche Fehler besprochen, Fragen geklärt und Wichtiges ausgetauscht. Diese Phase kann die Lehrkraft nutzen, um Fehlvorstellungen vorzubeugen und bei Fragen beratend zur Seite zu stehen. Da die Kinder bereits wissen, dass sie Lernplakate erstellen sollen, nehmen sie die Anregungen und Ideen aus der Mathekonferenz gewissenhaft auf und halten sie fest. Die Entdeckungen...

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